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Konzeption DES ABENTEUER- UND BAUSPIELPLATZES MOABITER KINDER-HOF

Inhaltsverzeichnis 

0.      Mehr als ein Vorwort

1.            Vorstellung der Einrichtung

2.            Umfeld der Einrichtung

3.            Pädagogischer Ansatz

3.1    Kinder lernen immer und überall

3.2.33.2    Werte und Zielvorstellungen

3.3    Die Rolle der Fachkräfte

3.4    Interkulturelle Arbeit 

3.5    Geschlechterbewusste Pädagogik 

3.6    Politische Bildung 

3.7    Ökologische Bildung 

3.8    Sozialraum- und Gemeinwesenorientierung                       

3.9    Vielfältige Angebote

4.       Grundlegende Regeln

5.       Mitarbeitende

6.       Kooperation mit dem Träger

7.       Öffentlichkeitsarbeit

8.       Perspektiven/ Vision

Mehr als ein Vorwort

FEUER – WASSER – ERDE – LUFT sind die ursprünglichen Elemente, mit denen Kinder auch in der heutigen hochtechnisierten Welt unmittelbare Erfahrungen haben sollten. Orte, an denen das in der Großstadt möglich ist, sind die Abenteuer – und Bauspielplätze.

 Der Moabiter Kinder- Hof ist ein pädagogisch betreuter Abenteuer – und Bauspielplatz, dessen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seit 1997 Kindern im innerstädtischen Wohnumfeld vielfältige Spiel- und Lernaktivitäten zu den 4 Elementen und Vielem mehr anbieten. Der Moabiter Kinder-Hof ist eine Einrichtung der offenen Kinder- und Jugendarbeit.

 Fünf Grundprinzipien bestimmen die Arbeit in der Einrichtung:

Offene Arbeit bedeutet, dass die Angebote kostenfrei, ohne Mitgliedschaft oder besondere Zugangsvoraussetzungen grundsätzlich allen Kindern der entsprechenden Altersgruppe offen stehen. Das Prinzip der Offenheit erfordert und bedingt ein vielfältiges Angebot, damit die unterschiedlichen Interessen der Kinder berücksichtigt werden können. Um die Vielfalt der Angebote zu gewährleisten, müssen die Betreuungspersonen unterschiedliche Qualifikationen haben. Neben den pädagogischen Fachkräften sollen handwerkliche, musische, künstlerische, sportliche und andere Qualifikationen vertreten sein.

Das Konzept der ganzheitlichen Persönlichkeitsentwicklung sieht Spielen und Lernen als eine Einheit (ganzheitlich) an. Durch den ganzheitlichen Ansatz werden die Trennungen von Schule und Freizeit, von Spielen und Lernen sowie die Abkoppelung der intellektuellen von den sozialen Leistungen aufgehoben. Eine besondere Bedeutung kommt hierbei den unterschiedlichen kulturellen Hintergründen und dem Aufeinandertreffen traditioneller und moderner Rollenbilder zu.

Partizipation beruht auf dem Recht der Kinder, in allen sie betreffenden Angelegenheiten angemessen beteiligt zu werden. Kinder erleben sich dann als selbstwirksam und als aktive Gestalter ihrer Umwelt. Durch die Beteiligung und aktive Mitarbeit der Kinder im Alltag der Einrichtung lernen sie Verantwortung für sich und andere zu übernehmen.

Lebenswelt- und Sozialraumorientierung greift die unmittelbaren Erfahrungen der Besucherinnen und Besucher mit sich und ihrem Umfeld auf. Dazu gehört Ressourcen des Stadtteils wie Einrichtungen und Orte oder Räume, die für Kinder und Jugendliche von Bedeutung sind oder sein können, sowie familiäre Hintergründe in die Arbeit mit einzubeziehen bzw. zu berücksichtigen.

 Diese Konzeption soll der interessierten Öffentlichkeit sowie unseren Kooperationspartnern, Eltern und potentiellen Mitarbeitern einen Einblick in unsere Arbeit geben. Das Team des Moabiter Kinder-Hofs reflektiert und überprüft regelmäßig die Grundlagen seiner Arbeit. Diese Konzeption ist das Ergebnis mehrerer Reflexionsprozesse zwischen November 2013 und Oktober 2014 und dient als Leitlinie des gemeinsamen Handelns.

 

1.      Vorstellung der Einrichtung

        Das Grundstück des Moabiter Kinder-Hofs ist 1600 m² groß. Darauf befinden sich ein eingeschossiges Haus und zwei elektrisch beheizbare Bauwagen. Alle Räume zusammen ergeben ca. 85 m² Nutzfläche.
Das Haus enthält drei Räume, einen größeren und einen kleinen Gruppenraum und eine Werkstatt, sowie Sanitärräume.
Der kleine Gruppenraum wird als Hausaufgabenraum, als Büro und gleichzeitig auch als Materialsammlungsraum genutzt. In dem größeren Gruppenraum befinden sich eine Küchenzeile, verschiedene Sitzmöbel und Tische sowie eine große Auswahl an Spielen.
Die Werkstatt bietet diverse Möglichkeiten zur Holz- und Metallbearbeitung und zur Glasperlenherstellung.
Die Bauwagen können ganzjährig als temporäre Gruppenräume genutzt werden.
An die Bauwagen angegliedert sind eine Kammer für die Ausleihe von Bauwerkzeug und ein Schuppen für die Fahrrad-, Waveboard- und Inliner-Ausleihe.
Das Außengelände strukturiert sich in einen Hüttenbau-Bereich, einen Garten mit kleinem Teich, die Kaninchenhaltung mit Stall und Außengehegen, eine Lagerfeuerstelle, ein Bühnenpodest und Freiflächen für Spiele oder das Aufstellen von Tischtennisplatten. Zentrales Wahrzeichen ist ein ca. 6 m hoher Kletterturm.
Der Moabiter Kinder-Hof wurde gegründet, um den Kindern im Stadtteil ein möglichst breites Spektrum an unterschiedlichen direkt erlebten Erfahrungen zu ermöglichen und versteht sich als kulturell, weltanschaulich und politisch ungebundene Einrichtung.
Die Angebote des Moabiter Kinder-Hofs richten sich an die Altersgruppe der 7 – 13-Jährigen.

  2.       Umfeld der Einrichtung

         Der Moabiter Kinder-Hof liegt in der Seydlitzstraße 12, in 10557 Berlin, angrenzend an den Fritz-Schloß-Park, der nach der Umgestaltung auch Sportpark Poststadion genannt wird.
Zum Einzugsgebiet des Moabiter Kinder-Hofs gehören die benachbarte „Zille-Siedlung“, ein Komplex des sozialen Wohnungsbaus mit 890 Wohnungen, mehrere Hochhäuser an der Lehrter und der Invalidenstraße und das dicht besiedelte Altbauquartier nördlich der Turmstraße um die Pritzwalker, Bandel- und Wilsnacker Straße.
In unmittelbarer Nähe der Einrichtung befindet sich ein öffentlicher Kunstrasen-Bolzplatz. Dieser und auch die mit farbigem Asphalt belegten Parkwege werden für Aktivitäten der Einrichtung mit genutzt.

3.        Pädagogischer Ansatz


Der pädagogische Ansatz des Moabiter Kinder-Hofs beruht auf den im Team erarbeiteten Überzeugungen und Wertvorstellungen.

3.1    Kinder lernen immer und überall

Wir sehen Kinder als neugierige, wissbegierige, experimentierfreudige Individuen an –
Kinder entdecken, erforschen und gestalten ihre Welt und die zu ihr gehörenden Dinge sowie die in ihr wirkenden natürlichen und sozialen Erscheinungen und Zusammenhänge durch eigenwillige Tätigkeit mit und mit allen Sinnen. Kinder wollen lernen und sie wollen in dieser Welt etwas Bedeutsames leisten.
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Moabiter Kinder-Hofs stehen den Kindern als Partner zum Zuhören, Kümmern und Dasein für ihre Bedürfnisse zur Verfügung. Sie bieten nicht nur Räume zum Spielen, sondern auch Spielräume, um zu experimentieren, Neues auszutesten, Ungewohntes zu erforschen.

 

3.2    3.2    Werte und Zielvorstellungen

Toleranz und Akzeptanz Andersdenkender gehören seit der Gründung des Moabiter Kinder-Hofs zu den Wertvorstellungen des Betreuer_innen-Teams. Die Arbeit auf dem Kinder-Hof hat gezeigt, dass gegenseitige Toleranz nur in Verbindung mit gegenseitigem Respekt entwickelt werden kann. Jedem Menschen, jedem Tier und jeder Sache mit angemessenem Respekt zu begegnen, hält das Kinder-Hof-Team für einen ebenso wichtigen Wert. Respekt, Toleranz und Offenheit für die individuelle Begegnung kennzeichnen die gemeinsame Grundhaltung, die das Betreuer_innen-Team verkörpert. Die Grundlage für Respekt und Toleranz im täglichen Leben ist ein wertschätzender und freundlicher Umgang miteinander. Auf dieser Grundlage der Geschlossenheit und konsequenten Haltung ist es möglich, dass Kinder und Jugendliche ihre Persönlichkeit umfassend, d.h. psycho-sozial und kognitiv entwickeln können.

Offene Arbeit ist charakterisiert durch Freiwilligkeit, d.h. dass die Besucherinnen und Besucher selbst darüber entscheiden, welche Angebote sie wahrnehmen und worauf sie sich einlassen und wie lange oder dass sie eigene Ideen dazu, was sie machen wollen, entwickeln. Die Auseinandersetzung mit den Lebenslagen, Lebensstilen und Lebensbedingungen sowie den Anliegen der Besucherinnen und Besucher ist Arbeitsauftrag der Offenen Arbeit. Für die offene Arbeit ist ferner kennzeichnend, dass der Platz nie fertig ist, Prozesshaftigkeit statt Ergebnisorientierung gewährleistet die Implementierung von Lern- und Bildungsinhalten, die sich aus Sachzusammenhängen ergeben. Sie finden ohne Leistungsdruck, interessensgeleitet und in aktiver Aneignung statt. Offene Arbeit beinhaltet auch verbindliche Regeln und Strukturen. Dazu mehr im Kapitel 4.

Spielen und Lernen als eine Einheit (ganzheitlich) anzusehen, ist dabei der Grundgedanke. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nutzen ebenso wie die Kinder die Spielräume, die ihnen die Einrichtung (im doppelten Sinn des Wortes) bietet. Das bedeutet einerseits Spielräume im Sinne von Bewegungsfreiheit, Räume und Gelegenheiten zum Spielen, zum Ausprobieren und Experimentieren und andererseits den informellen Charakter der Lernumgebung für spielerische Lernprozesse zu nutzen. Die Kinder werden so angenommen, wie sie sind. 

Der Blick der Betreuer_innen richtet sich dabei stets auf die Möglichkeiten, die dem Kind zur Verfügung stehen, auf seine Fähigkeiten und Potentiale. Natürlich müssen Defizite angesprochen und thematisiert werden, aber dabei sollten immer zugleich Perspektiven aufgezeigt und vermittelt werden. 

In diesem informellen Rahmen lernen die Kinder fast schon nebenbei ihre Freizeit aktiv zu gestalten. Die Betreuer_innen fordern sie immer zur Mitgestaltung der Angebote und Projekte auf. Damit wird ihnen u.a. vermittelt, dass ihre Umgebung nicht etwas Gegebenes ist, sondern von Menschen gestaltet wurde und veränderbar ist. Kinderbeteiligung fördert eine demokratische Grundhaltung und unterstützt Kinder in ihren sozialen Kompetenzen.

Die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Erwartungen und Wünschen sowie mit den vorhandenen Möglichkeiten fördern Eigeninitiative und die Bereitschaft Verantwortung für sich und andere zu übernehmen. Die Kinder erfahren, dass Lösungsmöglichkeiten oft schon in ihnen selbst liegen. Das gilt auch im materiellen Sinn, wenn es um die Frage geht, wie Vorhaben mit vorhandenen Materialien realisiert werden können. Dies sind die Grundlagen für eine gelingende Partizipation. 

Nicht nur in diesem Zusammenhang spielt das Thema „Haltung zum Konsum hinterfragen“ immer wieder eine große Rolle. Während viele Kinder, die in die Einrichtung kommen, eine ausgeprägte Konsum- und Wegwerfmentalität zeigen, stehen in der Einrichtung das Selbstmachen und die Wiederverwertung von Materialien an erster Stelle. Beim Anfertigen von Musikinstrumenten oder Zirkusutensilien beispielsweise können die Kinder den Herstellungsprozess mit allen Sinnen begreifen und Sinnzusammenhänge erfassen. Außerdem werden Erfindungsreichtum und die feinmotorische Geschicklichkeit gefördert. 

3.3        Die Rolle der Fachkräfte 

Toleranz, Respekt, ganzheitliche Förderung, Partizipation, Ressourcenorientierung und Perspektivenorientierung, das Bewusstsein, Spielräume zu nutzen und zu gestalten, sowie die Geschlossenheit im Team prägen den Erziehungsstil und das pädagogische Verhalten der Betreuerinnen und Betreuer.

Die Pädagogischen Fachkräfte ermutigen, motivieren und unterstützen die Kinder. Sie stellen Erfolge heraus, loben und erkennen individuelle Leistungen an. Oft müssen sie Geduld aufbringen, da jedes Kind eigene Interessen und ein individuelles Lerntempo hat. 

Bei Schwierigkeiten oder Schwächen ermutigen sie die Kinder diese als Herausforderung anzunehmen, um neue Erfahrungen zu machen. 

Bei Problemen zwischen den Kindern nehmen die Pädagogischen Fachkräfte die Rolle als „Vermittler“ ein; sie sollten stets um Klärung und Neutralität bemüht sein, um damit im Endeffekt die Kinder zu einer friedlichen Konfliktlösung zu befähigen.

Die Pädagogischen Fachkräfte machen sie mit den Anforderungen, die seitens der Gesellschaft an sie gestellt werden vertraut, vermitteln ihnen Inhalte und Werte und zeigen ihnen Möglichkeiten und Grenzen auf.

 Die Kinder lernen auf diese Art das „Einmaleins des Lebens“, und insofern tragen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dafür eine große Verantwortung.

Es geht darum konstruktive Ideen zu entwickeln, an denen alle Kinder beteiligt sind. Das fordert nicht nur das gemeinsame Lernen heraus, es fördert auch gemeinsame Lösungsansätze beim Umgang miteinander.  

3.4        Interkulturelle Arbeit 

Die heutige Welt ist ohne Interkulturalität nicht denkbar. Im Verlauf der menschlichen Kulturentwicklung ist das Aufeinandertreffen und der Austausch zwischen Kulturen ein wesentlicher Vorgang. In einer kulturellen Überschneidungssituation, beispielsweise in einem Gespräch, treffen „Eigenkultur“ und „Fremdkultur“ aufeinander. Es entsteht dann das Interkulturelle (das Zwischenkulturelle). Vieles Interkulturelles wurde im Laufe der Zeit in die jeweiligen Kulturen eingebettet und damit zum Kulturbestandteil. Unterschiedliche Kulturen sind also nicht so stark voneinander getrennt, dass ein Austausch unmöglich wäre. Es gibt grundlegende Gemeinsamkeiten zwischen allen Menschen. 

Interkulturelle Jugendarbeit agiert in einem mehrfachen Spannungsfeld. Einerseits reagieren manche Kinder und Jugendliche mit einer betonten Ethnizität auf Diskriminierung und Ausgrenzung, die teilweise schon ihre Eltern und Großeltern erfahren haben. Andererseits sind Kinder und Jugendliche natürlich auf der Suche nach ihrer kulturellen Position und oft probieren sie auch verschiedene Rollen spielerisch aus. Für viele junge Menschen bestehen zusätzlich Konflikte bezüglich ihrer Elternhäuser. Die Eltern befinden sich oft in einem Zielkonflikt zwischen der Notwendigkeit, die Kinder auf die hiesige Gesellschaft vorzubereiten und der Angst vor Entfremdung vom Elternhaus, besonders durch ein anderes Wertesystem. Gleichzeitig erleben auch die Kinder meist einen starken Konflikt. Zum einen wollen sie sich, entwicklungspsychologisch bedingt, von den Eltern abgrenzen, zum anderen erfahren sie sich außerhalb der elterlichen Kultur nicht akzeptiert, sondern ausgegrenzt.

Die kulturelle Vielfalt ist eine Bereicherung für die Arbeit auf dem Moabiter Kinder-Hof. Leitgedanke unseres Konzeptes ist, dass kulturelle Unterschiede nicht per se von Bedeutung sind, sondern dass es auf die Herausbildung von kultureller Kompetenz ankommt. Ein vorrangiges Ziel des Konzeptes ist es demzufolge, die Kinder dazu zu befähigen, ihre kulturellen Kompetenzen zu entwickeln und wahrzunehmen. Unser lebensumfeldbezogener und stadtteilorientierter Arbeitsansatz berücksichtigt die verschiedenen sozialen, familiären und individuellen Hintergründe der Kinder und Jugendlichen. Ziel ist es, trotz der verschiedenen Identitäten innerhalb der Zielgruppe Gemeinsamkeiten zu entwickeln. Dies geschieht über die Identifikation innerhalb der Prozesse in der offenen Arbeit und in der Projektarbeit bei gleichzeitiger Akzeptanz von individuellen Unterschiedlichkeiten und dem Aushalten von Gegensätzen und Ambivalenzen. 

3.5        Geschlechterbewusste Pädagogik

In unserer pädagogischen Arbeit lassen wir uns von dem Ziel einer tatsächlichen Gleichstellung von Frauen und Männern leiten. Die Gesellschaft ist in vielen Bereichen und in vielen ihrer Subkulturen noch weit von diesem Ziel entfernt. Diese Tatsache wird von Kindern und Jugendlichen häufig nicht wahrgenommen bzw. sogar geleugnet. Unser Ziel ist es, das Prinzip der Gleichberechtigung von Männern und Frauen, d.h. Jungen und Mädchen als Grundeinstellung zu vermitteln. Das betrifft zum einen das situative Alltagshandeln der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die ihre Sichtweisen und Haltungen den Kindern gegenüber geschlechtsbewusst ausrichten und auf geschlechterbezogene und geschlechtstypische Dominanzen und Geschlechterkonflikte angemessen reagieren. Zum anderen betrifft es die eigene geschlechterrelevante „Vorbildhaltung“ seitens der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter z.B. im Umgang untereinander.

Aufgabe der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist es, Mädchen und Jungen direkt und indirekt durch ihr gesamtes pädagogisches Handeln zu ermutigen, gleiche Chancen einzufordern. Ziel der ganzheitlich orientierten pädagogischen Arbeit ist es, Mädchen und Jungen dabei zu unterstützen, auch in Bezug auf die Geschlechterrolle selbstbewusst ihre persönliche Identität zu entwickeln.

Ausgehend von unserem Anspruch beiden Geschlechtern gerecht zu werden, halten wir es für notwendig sowohl Mädchen als auch Jungen spezifische pädagogische Aufmerksamkeit zuzuwenden:

Mädchenarbeit ist die geschlechtsbewusste Arbeit von Frauen für Mädchen und junge Frauen und ihre Belange. Im Verständnis von Mädchenarbeit verbinden sich pädagogische mit gesellschaftspolitischen Zielsetzungen. Mädchenarbeit will weibliche Identität stärken und Selbstbewusstsein fördern, aber auch zum Abbau geschlechtsspezifischer Benachteiligungen von Mädchen in allen Gesellschaftsbereichen beitragen. Sie schafft geschlechtshomogene Frei- und Schutzräume für Mädchen, in denen sie gesellschaftliche Rollenzuweisungen reflektieren, frei von Zuschreibungen ihre Qualitäten und Kompetenzen entdecken und eigene Entwürfe von Weiblichkeit entwickeln können.

Jungenarbeit ist die geschlechtsbewusste pädagogische Arbeit von Männern mit Jungen. Der Ausgangspunkt ist, Jungen als geschlechtliche Individuen mit spezifischen Erfahrungen und Lebenslagen anzuerkennen und Junge-Sein nicht zu neutralisieren, indem es mit Mensch-Sein gleichgesetzt wird. Gesellschaftliche Männlichkeitskonstruktionen sollen aufgedeckt und reflektiert werden. Jungenarbeit entwickelt Verständnis für geschlechtstypische Stärken und Schwächen von Jungen und setzt sich mit ihren Problemen auseinander, um sie bei der Entwicklung ihrer Rollenidentität zu unterstützen.

Methodisch bedeutet dies, dass wir Mädchen und Jungen ermöglichen und sie dabei unterstützen, eigene „Räume“ (Bereiche, Ecke, Bauwagen), die ihnen zeitlich begrenzt oder ständig zur Verfügung stehen, zu nutzen und zu gestalten. Diese Räume bieten die Möglichkeit intensiver, geschützter Selbsterfahrung und dem Kennenlernen der eigenen Fähigkeiten, Fertigkeiten und Bedürfnisse. Wir gehen davon aus, dass sich durch diese Erfahrungen die Selbstkompetenz der Beteiligten auch in geschlechtsheterogenen Zusammenhängen steigert. Besonderer Ausdruck wird dem Anliegen, Mädchen und Jungen eigene Freiräume zu schaffen, durch die regelmäßige Durchführung von Mädchen und Jungentagen verliehen.

Die jeweiligen Angebote werden in einem dialogischen Aushandlungsprozess zwischen Mitarbeiterinnen und den Mädchen bzw. Mitarbeitern und den Jungen ausgewählt.

Dabei werden möglichst Angebote unterstützt, die einseitigen Geschlechterrollenzuschreibungen entgegenwirken. Mädchen werden für Bereiche motiviert, die eher den Jungen zugeschrieben werden und umgekehrt (z. B. werden den Mädchen Erfahrungen in „nichttypischen“ Kontexten wie Handwerk oder Fußball ermöglicht und den Jungen ebenso z.B. im Bereich der Hauswirtschaft). Zu diesem Zweck werden auch Kooperationen mit anderen Einrichtungen durchgeführt. 

3.6        Politische Bildung

Politische Bildung, Beteiligung und Partizipation sind übergreifende Prinzipien der pädagogischen Arbeit auf dem Moabiter Kinder-Hof.

Ziel ist die Bereitschaft und die Befähigung zur gesellschaftlichen und politischen Teilhabe, zum Engagement, zur Solidarität, zu kritischer Analyse und zur Einsicht in historische und aktuelle politische Prozesse.

Politische Bildung findet in einer altersgerechten Form statt und orientiert sich an der Lebenswelt der Adressaten. Gerade auch deshalb darf sie sich nicht auf kognitive Lernprozesse beschränken, sondern muss politische Bildung und Partizipation praktisch erfahrbar machen. Gerade jüngere Kinder müssen ein konkretes, für sie attraktives Ziel erkennen können, damit sie an Angeboten der politischen Bildung teilnehmen.

Partizipation und die Fähigkeit zur Selbstorganisation sind zentrale Elemente der politischen Bildung. Der Ansatz, dass die Kinder die Möglichkeit einer selbständigen und eigenverantwortlichen Durchführung von Angeboten sowie der Mitbestimmung und Mitgestaltung bei der Angebotauswahl und -durchführung haben, ist gewissermaßen die Basis der politischen Bildung. Voraussetzung für erfolgreiche politische Bildung in der Jugendarbeit ist, dass die Fachkräfte pädagogisch und spezifisch-fachlich qualifiziert sind und ihre Fachlichkeit authentisch verkörpern.

Die Kinder auf dem Moabiter Kinder-Hof werden ihrem Alter, ihren Fähigkeiten und ihrer Entwicklung entsprechend an der Planung von Projekten und Veranstaltungen beteiligt. Sie können auf die inhaltliche und thematische Gestaltung der Angebote Einfluss nehmen. Die Kinder werden bei der Umsetzung eigener Ideen unterstützt. Überschaubare Vorhaben werden Kindergruppen zur selbstständigen Realisierung übertragen. Dazu werden in der Regel zwei-wöchentlich Kinder-Konferenzen einberufen. Gemeinsam werden zukünftige Aktivitäten geplant und Gruppenregeln erarbeitet und weiterentwickelt.

Darüber hinaus nimmt die Einrichtungen an öffentlichen Aktivitäten und Aktionen teil, die die Schaffung positiver Lebensbedingungen einfordern oder die Kindern ermöglichen sich aktiv für ihre Umwelt und bessere Lebensbedingungen einzusetzen.  

3.7        Ökologische Bildung 

Auf dem Moabiter Kinder-Hof bieten wir die Gelegenheit, alltäglich ökologische Bildung zu vermitteln. In den Innenstadtbezirken ist es besonders wichtig, dass der ökologischen Bildung der Schulausflugs- oder Wochenendausflugscharakter genommen wird. Durch Alltags- und Handlungsbezug wird ein hoher Lernerfolg und auch die tatsächliche Umsetzung für sinnvoll erachteter Handlungsänderungen wahrscheinlicher. Die direkte Begegnung mit tierischem und pflanzlichem Leben legt den Grundstein für das Verständnis für ökologische Zusammenhänge. Im Gartenbereich werden Pflanzen gezogen, die als Kaninchenfutter verwendet werden. Manche Produkte, wie z.B. Kartoffeln, Kräuter oder Früchte werden von den Kindern selbst zur Zubereitung von Speisen verwendet und gegessen. Mit dem Kompostieren der Reste (soweit hygienisch unbedenklich) schließt sich der Kreis. Die Herkunft der Nahrungsmittel wird sinnlich erlebbar und ist in jeder Phase zu durchschauen. Oberstes Ziel der ökologischen Bildung ist es, die Kompetenzen zu fördern, die benötigt werden, um die komplexen Zusammenhänge zwischen der ökologischen, ökonomischen und sozialen Dimension nachhaltiger Entwicklung nachzuvollziehen und an Lösungen für heutige und künftige Probleme mitzuarbeiten. Dazu gehört auch, eigene Bedürfnisse und Lebensstile zu reflektieren und die Tragweite des eigenen Handelns in Bezug auf die Ziele nachhaltiger Entwicklung abschätzen zu können, um sich je nach Situation bewusst für - oder aber auch gegen nachhaltiges Handeln entscheiden zu können.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Moabiter Kinder-Hofes leiten die Kinder bei der Pflege der Pflanzen und der Tiere an und machen Regeln und Grenzen deutlich. Bei der Anschaffung der Tiere muss darauf geachtet werden, dass eine artgerechte Haltung möglich ist, d.h. die Voraussetzungen dafür müssen vorher geschaffen werden. Überlegungen dazu werden zusammen mit den Kindern angestellt. Der Umgang mit den Tieren soll, vorwiegend zum Schutz der Tiere, unter Anleitung geschehen. Dennoch sind gerade Tiere unverzichtbar für die Kommunikation zwischen den Kindern, denn hier müssen sie Rücksichtnahme üben, und sie lernen Handlungsfolgen abzuschätzen. Dabei kontrollieren sie sich auch gegenseitig, da Einzelnen und Gruppen Verantwortung und Arbeit übertragen wird. Sie lernen, Tiere artgerecht zu halten, Eigenheiten der Tiere zu respektieren und zu achten. Sie werden sensibilisiert für die Belange anderer Menschen und Lebewesen und entwickeln über den Umgang mit Tieren in der Gruppe soziale Kompetenz und Selbstkompetenz. 

3.8        Sozialraum- und Gemeinwesenorientierung 

Der Moabiter Kinder-Hof hat sich zu einem pädagogisch betreuten Anlaufpunkt für Kinder, die in ihrem sozialen Umfeld allzu oft allein gelassen werden, entwickelt. Die pädagogischen Fachkräfte stehen als erste Anlaufstelle bei Fragen und Problemen der Kinder und oft auch ihrer Eltern zur Verfügung. Neben den „normalen“ Angeboten eines Abenteuer- und Bauspielplatzes leisten sie sozialpädagogische Einzel- und Gruppenarbeit, kooperieren mit Schulen, Lehrern, Horten, schulpsychologischem Dienst sowie mit dem regionalen sozialpädagogischen Dienst (RSD), beraten Familien bzw. vermitteln Beratung durch den RSD (Familien- und Erziehungsberatung) sowie andere Beratungs- und Hilfeangebote.

Das Team des Moabiter Kinder-Hofs hat den Anspruch, auf Veränderungen im Sozialraum flexibel zu reagieren und geeignete pädagogische Konzepte für neu entstehende Bedarfe zu entwickeln. 

3.9        Vielfältige Angebote 

Bei Angeboten des Moabiter Kinder-Hofes geht es um Lernprozesse, die spielerisch erfahren und gelebt werden sowie an vorhandene Ressourcen anknüpfen und diese nutzbar machen. Diese Ressourcen können sowohl materieller Natur sein (Stichwort kreatives Arbeiten mit sog. Wegwerfmaterialien) aber auch den persönlichen Erfahrungsschatz eines jeden einzelnen berücksichtigen und erweitern („Learning by doing“). 

In der organisatorischen Durchführung beginnen die Projekte offen, z.B. indem der Termin für den Beginn eines Projektes öffentlich bekannt gemacht wird, und im Verlauf bildet sich eine Gruppe von Teilnehmern heraus, die das Projekt weiterträgt. 

Eine Auswahl der z.Zt. regelmäßig stattfindenden Angebote sind:

         Zirkus/ Akrobatik

         Basteln

         Musik (Instrumente bauen und spielen)

         Kochen

         Fußballtraining

         Tanzen

         Ausflüge

         Holzwerkstatt

         Fahrrad-/ Inlineskateverleih

         Hüttenbau

         Lagerfeuer

         Kaninchenpflege

         Gartenpflege (Anbau, Pflege und Ernte von Nutzpflanzen sowie Teichpflege)

         ….und tägliche Betreuung bei den Hausaufgaben 

Diese täglich stattfindenden Angebote wie z.B. Hausaufgabenhilfe werden ergänzt durch wechselnde Angebote mit verschiedenen Schwerpunkten und bieten somit sowohl Konstanz als auch Abwechslung. (Die genauen Zeiten und Termine können vor Ort einem Wochenplan entnommen werden.) 

Durch die Vielfalt der Angebote kann Kindern die Möglichkeit gegeben werden, die individuellen sowie gemeinsamen Bedürfnisse wahrzunehmen, zu artikulieren und umzusetzen.   

In den regelmäßigen Kinderversammlungen (s. 3.6) können die Kinder über die Angebote mit entscheiden und sich an deren Ausgestaltung beteiligen.

Bei der theoretischen Planung und der praktischen Umsetzung der verschiedenen Projekte werden die Kinder somit auch mit eigenständiger sowie gemeinsamer Organisation und Planung vertraut gemacht. Dies trägt sowohl zur Entwicklung der Teamfähigkeit als auch der Kompromissbereitschaft bei. Strukturen des Tagesablaufs werden somit aktiv mitgestaltet und spielerisch weiterentwickelt.

Motorische Fähigkeiten werden durch Bewegung gestärkt und gefestigt.

Zudem werden den Kindern auf dem Moabiter Kinder-Hof handwerkliche Fähigkeiten beim Bau der Hütten als auch in der vielseitigen Nutzung der Werkstatt, frei vom Leistungsdruck näher gebracht. Kinder werden ermutigt sich auszuprobieren und hierdurch in ihrem Selbstbewusstsein und ihren Fähigkeiten gestärkt.

Ein anderer Fokus liegt auch in der bewussten Wahrnehmung und Erweiterung des Bewegungs- sowie des Sozialraumes. Hierzu gibt es verschiedene Ansätze und Projekte, die den Kindern ihr (näheres) Umfeld nicht nur vorstellen sondern auch als aktiv mitgestaltbar erleben lassen.

4.      Grundlegende Regeln

Wenn Menschen mit unterschiedlichen Meinungen, Interessen und Bedürfnissen zusammenkommen, bleiben Meinungsverschiedenheiten selten aus.

Diese gewaltfrei, in Wort und Tat, zu kommunizieren und in einen Dialog zu treten, kann zu einem produktiven Ergebnis, d.h. einer sozialen Kompetenz und neuen Perspektiven (Sichtweisen) führen.

Für ein solches Miteinander setzen wir uns auf dem Moabiter Kinder-Hof ein.

Dies setzt aber gewisse „Spiel-“ Regeln im Umgang miteinander voraus. Hierzu ließen sich Stichwörter wie Wertschätzung und Respekt anführen.

Diese Wertschätzung, die sich schon im kleinen abzeichnet, wie z.B. im Umgang mit Dingen und (Frei-) Räumen und sich fortsetzt im Umgang mit Pflanzen, Tieren und Menschen, soll sich somit zu einem sich gegenseitig wertschätzenden und respektierendem Miteinander entwickeln, fortführen und ausbauen.

Über dies hinaus, kann diese Haltung letztendlich dazu befähigen, Konflikte selbstständig und vor allem gewaltfrei zu lösen. 

Was uns allen wirklich wichtig ist: 

         WIR BEGEGNEN EINANDER MIT WERTSCHÄTZUNG UND RESPEKT  

         WIR HELFEN EINANDER KONFLIKTE FRIEDLICH ZU LÖSEN 

         WIR HÖREN EINANDER ZU UND LASSEN UNS AUSREDEN 

Selbstverständlich ist das Beachten allgemeiner und spezieller Sicherheitsregeln (z.B. in der Werkstatt oder beim Klettern) und die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen. 

5.       Mitarbeitende

         Das Team des Moabiter Kinder-Hofs besteht aus Festangestellten Sozialpädagogen/ -innen und Erziehern/ innen (in Teilzeit), Honorarkräften mit pädagogischer Qualifikation und ehrenamtlich Mitarbeitenden. Außerdem können Praktikanten eingestellt werden. Angestrebt wird eine Teamgröße von drei Festangestellten und mehreren Honorarkräften, die projektbezogen eingestellt werden.
Die Teamleitung übernimmt diejenige Fachkraft mit der Qualifikation eines Sozialpädagogen, die am längsten in der Einrichtung beschäftigt ist. Die Teamleitung koordiniert alle pädagogischen und nicht pädagogischen Arbeiten, sie initiiert und fördert Entscheidungsprozesse und sorgt für ein gemeinsames Handeln des Teams.
Dazu finden regelmäßige am Bedarf orientierte Mitarbeiterbesprechungen (Tagesbe-sprechungen, Wochenplanungen, Teamtage etc.) statt.
Für die hauptamtlichen Mitarbeiter/-innen ist mindestens eine Fortbildung pro Jahr verpflichtend. Bei der Auswahl der Fortbildungen wird ein möglichst breites Spektrum an Angeboten und Methoden aus der Sport-, Spiel-, Erlebnis- und Umweltpädagogik und aus den kreativen Disziplinen sowie aus relevanten rechtlichen, wirtschaftlichen und sozialarbeiterischen Bereichen berücksichtigt.
Die Weiterentwicklung fachlicher Ressourcen umfasst außerdem die Arbeit mit dem Handbuch zum Qualitätsmanagement der Berliner Jugendfreizeitstätten, Teilnahme an Fach-Arbeitsgemeinschaften (AG Jugendarbeit/ Jugendsozialarbeit, AG Mädchen und junge Frauen, Runder Tisch Jungenarbeit) Fachberatung durch Beratungseinrichtungen und die kollegiale Beratung im Team.
Für die Einarbeitung neuer Mitarbeitender sind in erster Linie die Festangestellten zuständig. Die Einarbeitung in einzelne Aufgabenbereiche kann auch von den anderen Mitarbeitenden übernommen werden.
Ehrenamtlich Mitarbeitende verdienen die Anerkennung und Wertschätzung des ganzen Teams. Damit die ehrenamtliche Tätigkeit für alle befriedigend ist, müssen die vorab die Rahmenbedingungen sorgfältig geklärt werden. Die Einrichtungsleitung koordiniert die Tätigkeiten und stellt in Absprache mit dem Team die passenden Bedingungen für die ehrenamtliche Arbeit her.

6.        Kooperation mit dem Träger

            Träger des Moabiter Kinder-Hofs ist der Verein "Stadtteilgruppe Moabit e.V.".
Der Verein ist weltanschaulich und politisch unabhängig, verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke und ist bezirklich anerkannter Träger der freien Jugendhilfe.
Satzungsgemäßer Zweck des Vereins ist die Wahrnehmung von Aufgaben im Sinne des Kinder- und Jugendhilfegesetzes, insbesondere verwirklicht durch die Errichtung und Unterhaltung eines Kinderbauernhofes und eines Abenteuerspielplatzes im Stadtteil. Der Verein bzw. sein Vorstand vertritt die Einrichtung juristisch.
Der Träger sichert nicht nur die materielle Existenz, sondern auch die inhaltliche Begleitung und Entwicklung des Projekts. Dies erfolgt unter anderem mit Hilfe von Zielvereinbarungen und Projektverträgen, die der Träger mit dem Einrichtungsteam aushandelt und gegenüber Dritten (insbesondere gegenüber Fördermittelgebern) vertritt.
Dazu gehören regelmäßige Evaluationen und Berichterstattungen, an denen die Mitarbeitenden unmittelbar beteiligt sind, indem sie das Material aus der praktischen Arbeit und den Projekten zusammentragen.
Darüber hinaus bietet der Träger den Mitarbeitenden eine regelmäßige externe Supervision an und sorgt für ihre beständige Qualifizierung,
indem er Mittel für insgesamt 6 Tage Fortbildung pro Jahr und Mitarbeiterin bzw. Mitarbeiter bereitstellt. 

7.         Öffentlichkeitsarbeit

            Aktuelle Informationen zu den Angeboten werden regelmäßig und rechtzeitig bereitgestellt. Verschiedene Informationskanäle – Aushänge, Website mit aktuellen Hinweisen, E-Mail, schwarzes Brett, Kommentarbox, Flyer und Jahresberichte – werden für den Informations- und Meinungsaustausch genutzt, so dass die Öffentlichkeit, die Fachöffentlichkeit und die Zielgruppen über die Angebote und Ergebnisse informiert sind. 

8.       Perspektiven

In den knapp 18 Jahren seines Bestehens hat sich der Moabiter Kinder-Hof zu einem verlässlichen Partner der Jugendhilfe sowie der in der Region ansässigen Kinder- und Jugendeinrichtungen entwickelt. Die Einrichtung ist sehr gut vernetzt mit den lokalen Strukturen. Die Angebote wurden nach und nach erweitert und diversifiziert. Auf Veränderungen im Sozialraum kann flexibel reagiert werden. Diese Voraussetzungen legen einen Ausbau der Sozialraum- und Gemeinwesen-orientierten Aktivitäten nahe. Der Moabiter Kinder-Hof ist auf dem Weg, sich zu einer Stadtteilfarm zu entwickeln.

 

© Stadtteilgruppe Moabit e.V.
Bei Fragen und Unklarheiten wenden Sie sich bitte an: [moabiter.kinderhof@berlin.de].
Stand: 07. April 2015.